Milchgetränk in einer Flasche und Gläsern vor einem grauen Holzhintergrund

Milchsäure in der Kosmetik: Wirkung, Studienlage und Potenzial als Milchsäure Peeling

Milchsäure gehört zu den am besten etablierten Alpha-Hydroxysäuren (AHA) in der Dermokosmetik. Ob als sanftes Milchsäure Peeling, als Feuchtigkeitsbooster oder als pH-Regulator – der Wirkstoff vereint exfolierende, hydratisierende und mikrobiologische Eigenschaften in einer einzigen Substanz.

 

 

Was ist Milchsäure?

INCI: Lactic Acid
Chemische Bezeichnung: 2-Hydroxypropionsäure
Summenformel: C₃H₆O₃
Molare Masse: 90,08 g/mol
CAS (L(+)-Form): 79-33-4
pKa: ca. 3,86
Erscheinungsform: Farblose bis gelbliche, sirupartige Flüssigkeit
Löslichkeit: Vollständig wasserlöslich

Milchsäure ist eine chirale Verbindung und liegt in zwei Isomeren vor: L(+)-Milchsäure und D(-)-Milchsäure. In der Kosmetik wird überwiegend die physiologisch relevante L(+)-Form eingesetzt.

 

 

Natürliches Vorkommen im Körper

Milchsäure ist kein Fremdstoff für die Haut. Sie kommt natürlicherweise vor:

  • Bestandteil des Natural Moisturizing Factor (NMF)
  • Stoffwechselprodukt bei anaerober Glykolyse
  • Reguliert den physiologischen pH-Wert der Haut
  • Beteiligt an der Barrierehomöostase

Damit ist sie ein physiologischer Bestandteil der Hautfunktion.

 

 

Wirkmechanismus in der Haut

Als Milchsäure Peeling wirkt sie über mehrere Mechanismen:

  1. Keratolytische Wirkung

Löst Korneodesmosomen → beschleunigte Abschilferung abgestorbener Zellen.

  1. pH-Regulation

Stabilisiert den Säureschutzmantel der Haut.

  1. Feuchtigkeitserhöhung

Erhöht die Hauthydration durch hygroskopische Eigenschaften.

  1. Stimulation der Zellerneuerung

Verbesserung der Hauttextur und des Hautbildes.

Ein professionell formuliertes Milchsäure Peeling kombiniert Exfoliation mit gleichzeitiger Hydratation – ein Vorteil gegenüber aggressiveren Säuren.

 

 

Studienlage zur topischen Milchsäure

Smith et al., 1996
Langfristige Anwendung von 5–12 % Milchsäure verbesserte signifikant Hautstruktur und Epidermisdicke.

Ditre et al., 1996 (Arch Dermatol)
AHA-Anwendung führte zu erhöhter Dermisdichte und verbesserter Hautfestigkeit.

Green et al., 2009
Milchsäure steigert Ceramidproduktion und unterstützt Barrierefunktion.

Van Scott & Yu
Frühe klinische Arbeiten zur AHA-Therapie zeigten Verbesserung bei Xerose und Photoaging.

Diese Daten belegen, dass ein korrekt formuliertes Milchsäure Peeling nicht nur exfoliert, sondern die Hautstruktur nachhaltig verbessern kann.

 

 

Vorteile in kosmetischen Produkten

✔ Sanfte chemische Exfoliation
✔ Verbesserung des Hautbildes
✔ Unterstützung der Barrierefunktion
✔ Erhöhung der Hautfeuchtigkeit
✔ Förderung der Kollagensynthese
✔ Ausgleich von Hyperpigmentierung
✔ Geeignet für Anti-Aging-Konzepte

Ein modernes Milchsäure Peeling eignet sich für:

  • Gesichtstoner
  • Leave-on-Seren
  • Intensivmasken
  • Professionelle Kabinenbehandlungen
  • Kopfhautpflege

 

 

Industrielle Gewinnung

Milchsäure wird heute überwiegend biotechnologisch hergestellt:

  1. Fermentation
  • Zucker (z. B. Glucose, Melasse, Stärkehydrolysate)
  • Milchsäurebakterien (Lactobacillus spp.)
  • Produktion hoher optischer Reinheit (L(+)-Form)
  1. Chemische Synthese (historisch)
  • Acetaldehyd-basierte Verfahren (heute weniger relevant)

Die biotechnologische Fermentation ermöglicht:

  • Nachhaltige Produktion
  • Hohe Reinheit
  • Vegane Herkunft
  • Skalierbarkeit

 

 

L(+)-Milchsäure als Biozid

𝐿(+)-Milchsäure (CAS-Nr. 79-33-4) ist auch als Biozid zugelassen.

Bereits ab einer Konzentration von 2 % zeigt sie eine signifikante antimikrobielle Wirkung gegen:

  • Bakterien
  • Hefen
  • Pilze
  • Viren

Studien belegen, dass Milchsäure auch gegenüber behüllten Viren wirksam ist, einschließlich SARS-CoV-2 (Covid-Virus).

Dieser Effekt beruht auf pH-Absenkung und Protein-Denaturierung.

Wichtig: Die biozide Zulassung unterliegt regulatorischen Rahmenbedingungen und ist von der kosmetischen Anwendung klar abzugrenzen.

 

 

Formulierungsaspekte

  • Typische Einsatzkonzentration: 2–10 % (Kosmetik)
  • pH-optimiert zwischen 3–4 für effektives Milchsäure Peeling
  • Kombinierbar mit Hyaluron, Panthenol, Niacinamid
  • Stabil in wässrigen Systemen
  • Konzentrationsabhängige Wirkung

Ein hochwertiges Milchsäure Peeling erfordert präzise pH-Kontrolle und Puffersysteme.

 

 

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Literatur:

  1. Smith WP.
    Epidermal and dermal effects of topical lactic acid
    J Am Acad Dermatol. 1996;35(3 Pt 1):388–391.

  2. Ditre CM, Griffin TD, Murphy GF, Sueki H, Telegan B, Johnson WC, et al.
    Effects of alpha hydroxy acids on photoaged skin: a pilot clinical, histologic, and ultrastructural study
    Arch Dermatol. 1996;132(6):631–636.

  3. Green BA, Yu RJ, Van Scott EJ.
    Clinical and cosmeceutical uses of hydroxy acids
    Clin Dermatol. 2009;27(5):495–501.