Herkunft
Schätzungsweise zwei Millionen verschiedene Algenarten gibt es auf unserer Erde, obwohl bisher nur rund 50.000 Arten bekannt sind. Wissenschaftler vermuten, dass sie bereits vor mehr als drei Milliarden Jahren in der sogenannten Ursuppe entstanden sind. Als Auslöser gilt in erster Linie die einfache Einwirkung von Licht. Regen und Wind haben im Laufe der Jahrtausende dazu geführt, dass Algen mittlerweile auf der ganzen Welt anzutreffen sind. Selbst an den scheinbar unwirtlichsten Orten können sie überleben – ein eindrucksvoller Beweis für die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit dieser Organismen.
Für uns Menschen sind Algen ein wahrer Segen, denn sie produzieren bis zu 90 Prozent des Sauerstoffs auf der Erde. Gäbe es keine Algen, würden sich auch für uns Menschen die Lebensbedingungen drastisch verschlechtern. Alle anderen Grünpflanzen, die bei uns gedeihen, produzieren lediglich etwa zehn Prozent des Sauerstoffs.
Unterschieden werden Mikroalgen und Makroalgen. Wie die Bezeichnungen bereits erklären, handelt es sich bei den sogenannten Mikroalgen um eher kleine Varianten, während Makroalgen durchaus stattliche Maße annehmen können. Je nach Art werden sie bis zu 200 Meter lang und können vielfältig genutzt und verarbeitet werden. So spielen sie beispielsweise bei der Düngung von Kulturböden eine wichtige Rolle, außerdem lassen sie sich für die Herstellung von Nahrungs- und Lebensmitteln verwenden.
Zertifizierte Algenextrakte aus Bioreaktoren
Wir verwenden überwiegend Algenextrakte aus Bioreaktoren, die auch Mikroalgen genannt werden. Der Vorteil liegt in einer gleichbleibenden Qualität und der Abwesenheit unerwünschter Nebenstoffe. Im Gegensatz zu Makroalgen hängt die Qualität nicht vom Erntezeitpunkt, von Meeresverschmutzung oder von der Herkunft ab, sondern die eingesetzten Produkte sind klar definiert. Dadurch ist es auch möglich, zertifizierte Naturkosmetik anzubieten, die nachhaltig produziert wird.
Algen sind gesund
Als gesundheitsfördernder Nahrungszusatz erfreut sich Algenextrakt heutzutage selbst bei Wissenschaftlern großer Beliebtheit, was nicht zuletzt den vielen wertvollen Inhaltsstoffen zugeschrieben werden kann. Auch wenn die Wirksamkeit bisher nicht in allen Bereichen vollständig bewiesen wurde, gilt es als weitgehend anerkannt, dass Algenextrakt einen positiven Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden haben kann.
Die sogenannte Spirulina-Alge ist beispielsweise in der Lage, das Auftreten unterschiedlicher allergischer Reaktionen zu mindern oder sogar zu verhindern, indem sie die Freisetzung von Histamin blockiert.
Schon vor 2000 Jahren waren Algen ein unverzichtbarer Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin. Haupteinsatzbereich von Algenextrakten ist heute jedoch die Kosmetik. Hier gelten insbesondere Mikroalgen als besonders wertvoll, zu denen auch die bereits erwähnten Spirulina-Algen zählen.
Algenextrakt in der Kosmetik
Algenextrakt gilt in der Kosmetik als Schutzschild gegen Verdunstung und Austrocknung. Kein Wunder, denn er ist äußerst feuchtigkeitsbindend und ähnelt teilweise sogar den hauteigenen Feuchthaltekomponenten.
Vereinfacht ausgedrückt bindet Algenextrakt in Kosmetikprodukten die Wassermoleküle, die sich in der obersten Zellschicht unserer Haut befinden. Dadurch können andere Inhaltsstoffe der Pflegeprodukte ihre Wirkung noch besser entfalten. Wird ausreichend Feuchtigkeit in der obersten Hautschicht eingelagert, fühlt sich die Haut glatter, geschmeidiger und weicher an. Gleichzeitig verbessert sich ihre wichtige Barrierefunktion, was wiederum der Hautgesundheit zugutekommt.
In der Kosmetik kommen vor allem Meeresalgen zum Einsatz, während Süßwasseralgen eher in der Ernährung eine Rolle spielen. Meeresalgen sind reich an Mineralstoffen, Vitaminen, Aminosäuren, Spurenelementen und Proteinen. Sie wirken revitalisierend und remineralisierend und können zudem die Durchblutung anregen.
Ein weiterer positiver Effekt: Algenextrakt kann die Zellerneuerung unterstützen. Viele Menschen verwenden Algenextrakt auch während einer Diät zur äußerlichen Pflege. Dies hat einen bestimmten Grund: Die enthaltenen Wirkstoffe können den Stoffwechsel anregen, was das Abnehmen unterstützt und gleichzeitig für ein gleichmäßiges und gesundes Hautbild sorgt.
Wichtige Algenarten in der Kosmetik
Ahnfeltia Concinna
Eine sehr bekannte Meeresalge ist Ahnfeltia concinna, die im Pazifik vorkommt. Der Algenextrakt dieser roten Meeresalge steigert die Elastizität der Haut und kann der Entstehung feiner Linien vorbeugen.
Ähnliches gilt für die Art Chondrus crispus, bei der es sich ebenfalls um eine Rotalge handelt, die jedoch an den nordatlantischen Küsten beheimatet ist. Ihr hoher Anteil an den Vitaminen B1, B2, C sowie Niacin sorgt als Algenextrakt für eine verbesserte Hautglätte und angenehme Geschmeidigkeit. Chondrus crispus ist hierzulande auch unter dem Namen Irisch Moos bekannt.
Das als Corallina officinalis bekannte Korallenmoos ist ebenfalls ein wertvoller Bestandteil vieler Algenextrakte. Es ist reich an Spurenelementen und Mineralien und kann die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Außerdem kann es lichtbedingter Hautalterung entgegenwirken.
Laminaria saccharina
Laminaria saccharina, oft als Zuckertang bezeichnet, ist eine Braunalge aus dem Nordatlantik. Mit ihren phenolischen Komponenten ist sie in der Lage, die Funktionen der menschlichen Talgdrüsen sanft, aber nachhaltig zu regulieren. Algenextrakt aus dieser Art hinterlässt einen leichten Film auf der Haut und sorgt für ein samtig-weiches Hautgefühl, das sich auch im Haar bemerkbar machen kann.
Durvillaea antarctica
Die braune Meeresalge Durvillaea antarctica, die an den Küsten Neuseelands sowie vor einigen subantarktischen Inseln gedeiht, enthält besonders viele zellschützende Polysaccharide (Mehrfachzucker und Schleimstoffe), die der Haut intensive Feuchtigkeit spenden. Auch sie wird häufig in kosmetischen Produkten mit Algenextrakt eingesetzt.
Codium tomentosum
Die Art Codium tomentosum ist als Algenextrakt eine echte Besonderheit. Die Grünalge aus dem Atlantik, die den Beinamen Maritime Moisturizing Factor trägt, lebt ausschließlich in Salzwasserpfützen, die nur bei Flut gefüllt werden. Bei Ebbe wird sie zu einem echten Überlebenskünstler, denn der hohe Salzgehalt und die starke Verdunstung stellen eine große Herausforderung dar.
Im Laufe der Zeit hat die Alge Substanzen entwickelt, die den Wasserverlust begrenzen. Der daraus gewonnene Algenextrakt sorgt daher für eine schnell einsetzende Feuchtigkeitssteigerung der Haut, die unmittelbar spürbar sein kann.
Fucus serratus
Nicht ganz so spektakulär, aber dennoch sehr wertvoll, ist Fucus serratus, der an felsigen Küsten im Nordatlantik wächst. Dieser braune Seetang besitzt als Algenextrakt entzündungshemmende und hautschonende Eigenschaften, die die natürlichen Abwehrkräfte der Haut bei regelmäßiger Anwendung unterstützen können.
Laminaria digitata
Und zum Schluss noch eine weitere Art, die sich als Algenextrakt in der Kosmetik vielfach bewährt hat: Laminaria digitata, eine braune Alge, die in der Natur starken Umweltbelastungen ausgesetzt ist. Der ständige Gezeitenwechsel setzt sie einem dauerhaften Stress aus. Im Laufe der Evolution hat sie deshalb Mechanismen entwickelt, um zu überleben.
Dabei sondert sie zeitweise antibakterielles Wasserstoffperoxid ab. In Kombination mit Wirkstoffen wie beispielsweise Zink kann dies helfen, die Talgproduktion zu regulieren. Somit kann Algenextrakt auch bei fettiger oder öliger Haut unterstützend wirken.
Zusammenfassung der wirksamen Bestandteile aus Algen
- UV-Schutz durch Phenole (Phlorotannine), Carotinoide, Photolyase (Enzym) und mycosporin-ähnliche Aminosäuren (MAA)
- Hautschutz durch Radikalfänger wie Tocopherol, Polyphenole, Beta-Carotin und Astaxanthin
- Befeuchtung der Haut durch sulfatierte Polysaccharide und Mucopolysaccharide (Glykosaminoglykane)
- Hautglättung und Regeneration durch Omega-Fettsäuren
- Hautaufhellung durch Phlorotannine, Phloroglucinol und dessen Oligomere
- Stimulierung der Kollagensynthese durch Fucane
Das sind die bisher bekannten Wirkstoffe aus Algen. Viele Arten sind jedoch noch kaum erforscht, obwohl sich weltweit immer mehr Wissenschaftler mit dem Thema Algenextrakt beschäftigen. Es ist daher zu erwarten, dass künftig weitere Algenextrakte entwickelt werden, die wiederum eine wichtige Rolle in der Kosmetik spielen könnten.
Ob Duschgel, Gesichtsmaske, Badeöl, Handcreme oder Pflegecreme für das Gesicht – Algenextrakt deckt nahezu alle Bereiche der Kosmetik ab.
Sehr erfreulich ist zudem, dass die Verwendung von Algenextrakt grundsätzlich kaum Nachteile aufweist. Vorsicht ist lediglich bei Menschen geboten, die auf einzelne Inhaltsstoffe allergisch reagieren. Teilweise kritisch diskutiert werden jedoch in einigen Regionen der Welt die Arbeitsbedingungen bei der Ernte von Meerespflanzen.
Algenextrakt ist immer modern
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Algenextrakt einen sehr hohen Nutzen im Kosmetikbereich besitzt. Die Pflanzen haben im Laufe der Evolution gelernt, sich an extrem unterschiedliche Umweltbedingungen anzupassen und dabei Stoffe zu entwickeln, die sich auf Haut und Körper auf natürliche Weise entfalten können.
Nebenwirkungen oder Nachteile treten nur selten auf. Deshalb kann Algenextrakt in der Regel auch von Menschen mit empfindlicher Haut gut verwendet werden. Was bereits vor 2000 Jahren Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin war, spielt auch heute noch eine wichtige Rolle.
Oder anders gesagt: Die vor Milliarden Jahren entstandenen Pflanzen passen dank ihrer Anpassungsfähigkeit auch heute noch perfekt in unsere Welt. Mutter Natur hat uns mit dem wertvollen Algenextrakt ein außergewöhnliches Geschenk gemacht.
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Literatur:
Biocosmetics Made with Saccharina latissima Fractions from Sustainable Treatment: Physicochemical and Thermorheological Features. Mar Drugs. 2023 Nov 29;21(12):618.